Fotografische Inszenierungen von Petra Warrass
Da sitz ich so, ganz harmlos
29. Oktober 2009 – 10. April 2010


Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein:
am Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 19.30 Uhr

Es spricht: Frau Prof. Dr. Anna Zika, FH Bielefeld

Öffnungszeiten: Die Ausstellungen der Galerie sind täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet und kostenlos zugänglich. Besucher sind herzlich willkommen.


Am 29. Oktober um 19.30 Uhr eröffnet die inzwischen sechste Ausstellung der Reihe „photography“. Die Düsseldorfer Künstlerin Petra Warrass zeigt außer zwei Fotoserien auch eine Videoarbeit in der artFABRIK-Galerie in Wuppertal-Heckinghausen. Ihre Inszenierungen muten dem Betrachter zunächst äußerst merkwürdig an. Gut angezogene Frauen fallen höchst unvorteilhaft durchs Bild, Männer gebärden sich auffallend, unfreiwillig komisch in der Öffentlichkeit.

Für Schnappschüsse sind die Bilder zu gut, zu sorgfältig – für bewusste Aufnahmen aber erscheinen die Situationen zu absurd – die Interpretation gerät ins Stocken. Petra Warrass macht sich den Rezeptionseffekt zunutze, dass Betrachter zwanghaft die Bildwerke als Teil einer zusammenhängenden Erzählung zu deuten und deren Inhalt zu rekonstruieren versuchen. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Art der Fotografien selbst, sie wirken wie Film-Stills, wie Teile einer Story. Die Zuordnung von Inhalten zu den Bildern jedoch hängen von der Erfahrungswelt des Betrachters ab. Fühlt er sich selbst in die abgebildeten Figuren ein, so werden eher unangenehme Erfahrungen erinnert: Peinlichkeiten, Versagensängste, unangemessenes Verhalten, Auffallen in der Öffentlichkeit. Es entwickelt sich ein deutliches Gespür für den eigenen Körper und der eigenen Gestimmtheit im Verhältnis zu einer nur augenscheinlich zivilisatorischen Umgebung.

Gerade in Zeiten, in denen im Licht der Öffentlichkeit jede Bewegung einstudiert, jedes Kleidungsstück sorgsam ausgewählt wird, faszinieren die Fotos von Petra Warrass. Fernab von Germany´s next Topmodel und gesuchten Superstars dominiert eine ganz andere Betrachtungsweise die Zuschauerreaktion. Irritation, Komik und Tragik liegen hier ganz dicht beisammen, die eigene Reaktion und das Bedürfnis nach Abgleich im Austausch mit anderen Betrachtern macht diese Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis.

 

Eroeffnungsrede-zika-warrass
www.petrawarrass.de